Osteologisches Schwerpunktzentrum der DVO

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Die Osteologie ist ein Oberbegriff für Erkrankungen, die den Knochen bzw. das gesamte Skelettsystem betreffen.

Die häufigste Erkrankung in der Osteologie ist die Osteoporose, eine Erkrankung, die eine zunehmende Entkalkung des Skelettsystemes zur Folge hat. Die Folge dieser Erkrankung ist eine erhöhte Bruchanfälligkeit des Knochens. Diese Knochenbrüche treten ohne ein adäquates Trauma, manchmal sogar spontan, auf. Übersetzt heiß Osteoporose „poröser Knochen“ bzw. „löchriger Knochen“. Für die Entstehung spielen innere und äußere Faktoren eine Rolle. Mit zunehmendem Alter senken sich die Hormonspiegel bei Frauen und Männern. Insbesondere in der Menopause der Frau sinkt der Oestrogenspiegel der Frau innerhalb etwa eines Jahres gegen 0. Bei Männern hingegen fällt der Testosteron-Spiegel wesentlich langsamer über die Zeit ab. Durch diese Faktoren verlieren Männer und Frauen ab dem etwa 35. Lebensjahr 1% Knochenmasse /Jahr, da der Knochen ab diesem Alter schneller ab als wieder neu aufgebaut werden kann. Dieser Prozess verstärkt sich, in bzw. nach der Menopause bei der Frau um etwa das 4-fache. Dies hat zur Folge, dass das Verhältnis bei der Osteoporose zwischen Männern und Frauen deutlich unterschiedlich ist. Frauen sind 3-4-mal häufiger von Osteoporose betroffen als Männer. Insgesamt sind in Deutschland von der Osteoporose etwa 6,5 Millionen Menschen betroffen. Wir verzeichnen zur Zeit 900000 Neuerkrankungen pro Jahr.
Damit ist sie nach der Arthrose (etwa 20 Millionen betroffene Patienten) die die zweithäufigste orthopädische Erkrankung. Neben dem Alter und den geschlechtsspezifischen Faktoren können aber auch Stoffwechselerkrankungen, Rheuma, Tumoren und Zucker Osteoporose auslösen. Auch bestimmte Medikamente, wie z.B. Cortison können frühzeitig Osteoporose auslösend sein. Durch diese Vielschichtigkeit der auslösenden Faktoren einer Osteoporose ist eine interdisziplinäre Zusammenarbeit der Ärzte sehr sinnvoll und notwendig. Dieses ist insbesondere in einem osteologischen Schwerpunktzentrum, in dem alle diese komplizierten differenzialdiagnostischen Verfahren durchgeführt werden können der Fall.
Auch ist hier die individuelle Therapie, entsprechend den aktuellen Leitlinien des DVO, Routine und kann somit sehr professionell durchgeführt werden.

Dr. med. J. Cassens

Leiter des osteologischen Schwerpunktzentrums im MMVZ des DVO

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Die auch als Knochenschwund bezeichnete Krankheit Osteoporose ist eine häufige Alterserkrankung. Die Knochendichte nimmt durch den übermäßig raschen Abbau der Knochensubstanz und –struktur ab. Dadurch ist der Knochen anfälliger für Frakturen (Brüche).Die erhöhte Frakturanfälligkeit kann das ganze Skelett betreffen. Besonders gefährdete Stellen sind Wirbelkörper, Hüfte und Unterarm. Die Osteoporose gehört zu den häufigsten Knochenerkrankungen im höheren Lebensalter. Frauen sind hier mehr als doppelt so häufig betroffen wie Männer. Zu den wichtigsten Risikofaktoren gehören u.a. die familiäre Vorbelastung, das Alter, die frühe Menopause, das weibliche Geschlecht, geringes Körpergewicht, Rauchen, geringe Kalziumaufnahme mit der Nahrung und Vitamin-D-Mangel.

Deutschland ist Osteoporose Entwicklungsland

Osteoporose wird der krankhafte Abbau von Knochengeweben genannt und zählt zu den häufigsten Volkskrankheiten, die im alter zur Pflegebedürftigkeit führen können.

In Deutschland gibt es 6,5 Millionen Osteoporose Patienten, weltweit etwa 200 Millionen betroffene Patienten. Die Erkrankung ist deutlich auf dem Vormarsch. Um ihr begegnen zu können, brauchen wir dringend bessere Behandlungskonzepte.

Häufig spüren die Patienten am Anfang der Erkrankung nichts. Ihnen fällt lediglich auf, dass sie kleiner geworden sind und einen Rundrücken, der an Intensität zunimmt, bekommen. Ursache hierfür kann der oben beschriebene Wirbelkörperbruch sein. Ursache der Brüche sind Knochensubstanzverluste, ab dem 40.-50. Lebensjahr bei Frauen und ab dem 50.-60. Lebensjahr bei den Männern. Nach den Wechseljahren vervierfacht sich bei den Frauen dieser Knochensubstanzverlust. Verantwortlich hierfür ist die Abnahme der Geschlechtshormone. Auch erbliche Veranlagung, Überfunktion der Schilddrüse, chronische Magen-Darm-Erkrankungen, Diabetes und bestimmte Medikamente, wir z.B. Cortison, können verantwortlich für die Entstehung einer Osteoporose sein. Der erste Behandlungsschritt muss daher immer die frühzeitige Erkennung sein. In Sachen Behandlung haben wir heute wichtige Trümpfe in der Hand. Knochengesunde Lebensweise, aktiver Lebensstil, gezielte Physiotherapie, insbesondere auch auf muskel- und knochenstimulierenden Geräten, sowie eine medikamentöse Behandlung sind die drei essentielle Säulen der Therapie.